Grundkurs gewaltfreie Konfliktbearbeitung
Zum Frieden erziehen – kompetent, gewaltfrei, konstruktiv
8. Grundkurs in Friedenserziehung, Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung
April 2010 bis Mai 2011
AG Friedensarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und der Ev. Kirche in Mitteldeutschland
Ziele
Ungelöste und unlösbar scheinende Konflikte sowie zunehmende Gewalt und Gewaltbereitschaft sind beherrschende Themen in den Medien und in unserer Gesellschaft. Was dabei unerwähnt bleibt, ist der Hinweis auf die Möglichkeiten und Methoden von Gewaltprävention und konstruktiver Konfliktbearbeitung. Was gebraucht wird, sind Menschen, die diese Methoden kennen, sie anwenden und weitergeben können.
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Frauen und Männer, die:
- in ihrem beruflichen oder persönlichen Umfeld mit Konflikten und Gewalt konfrontiert sind und Mittel und Wege suchen, damit umzugehen und deeskalierend einzuwirken;
- mit Jugendlichen und Kindern arbeiten, denen sie Selbstbewusstsein und Durchsetzungskraft mit konstruktiven Mitteln vermitteln wollen;
- in Bürgerinitiativen, Kirchengemeinden und sozialen Gruppen aktiv sind und Handwerkszeug für die konstruktive Durchsetzung von Zielen suchen;
- in gesellschaftlichen Konfliktlagen, z.B. bei Demonstrationen vermittelnd tätig werden wollen;
- für sich einen Friedensdienst im Ausland in Erwägung ziehen und dazu erste Grundlagen erlernen möchten.
Methoden
Wir arbeiten mit den persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden. Selbstreflexion, eigenständiges Arbeiten in Gruppen und Einübung von neuen Verhaltensweisen durch Rollenspiele sind wichtige Elemente, dabei werden Körper, Geist und Seele einbezogen.
Die vermittelten Ansätze werden von den Teilnehmenden ausprobiert und damit die Kenntnis der vorgestellten Methoden vertieft.
Anmeldung / Organisation
Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens
Referat Friedensethik, Kriegsdienstverweigerung und Zivildienst
Lars Schwenzer
Caspar-David-Friedrich-Str. 5
01219 Dresden
Tel.: 0351/4692-427
Fax: 0351/4692-430
E-Mail: Lars.Schwenzer@evlks.de
Inhalte, Themen und Termine
Die Fortbildung vermittelt zum einen theoretische Grundlagen zur Definition von Gewalt, Gewaltfreiheit und Konflikt, zum Konfiktmanagement, zur Friedenserziehung und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Zum anderen wird ein Schwerpunkt die Vermittlung von praktischer Hilfe für gewaltfreies und deeskalierendes Verhalten sein. Dabei werden wir uns mit unserem durch die christlich-abendländische Kultur geprägten Menschenbild auseinandersetzen.
Einführungstage: 17./18.04.2010 im Mauritiushaus Niederndodeleben bei Magdeburg
1. Kursabschnitt: 06.-09.05.2010 im Naturerlebnishof Hausen bei Arnstadt
„Konflikt als Chance – Definition, Analyse, Umgang“
(Biografiearbeit zu Konflikten, Einführung in die Mediation, Bedürfnis - Angst - Modell)
2. Kursabschnitt: 19.-22.08.2010 im Rittergut Lützensömmern bei Erfurt
„Gruppendynamik und Kommunikation“
(Einführung in Themenzentrierte Interaktion und Kommunikationstheorie, Betzavta)
3. Kursabschnitt: 04.-07.11.2010 in der Ev. Jugendbildungsstätte Dresden
„Gewalt durch Personen, Strukturen, Kulturen“
(Gewaltbegriff, rechtsextremistisch geprägte Gewalt, Geschlecht und Gewalt, häusliche Gewalt)
4. Kursabschnitt: 13.-16.01.2011 in der Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis bei Leipzig
„Gewaltfreiheit und Deeskalation“
(Biografien der Gewaltfreiheit, Theaterarbeit zu Deeskalation)
5. Kursabschnitt: 10.-13.03.2011 im Neulandhaus Eisenach
Vertiefungswochenende
(Themen nach Wahl, evtl. interkulturelle Kommunikation)
6. Kursabschnitt: 12.-15.05.2011 im Hedwig-Pfeiffer-Haus Weimar
„Kursreflexion, eigene Ressourcen, Ausblick“
(Hausarbeiten, Zukunftswerkstatt, Abschlussgottesdienst mit Übergabe der Zertifikate)
Seminarleitung
Gabriele Buschmann, Berlin
MA Soziologie und Erziehungswissenschaften, Theaterpädagogin, Trainerin für trans-/interkulturelles Lernen, gewaltfreie Konfliktbearbeitung und Betzavta
Wolfgang Geffe, Magedeburg
Beauftragter für Friedensarbeit der EKM, Diakon, Dipl.-Sozialarbeiter, Systemischer Supervisor und Organisationsberater
Formales
Der gesamte Kurs umfasst zwei Einführungstage sowie sechs Kursabschnitte, jeweils von Donnerstagabend bis Sonntagmittag, das sind insgesamt 150 Unterrichtsstunden.
Kosten (inkl. Übernachtung im Doppelzimmer und Vollverpflegung)
für die Einführungstage: 50,- €
für die sechs Kursabschnitte: 780,- € (Ermäßigungen sind auf Antrag möglich).
Der Zahlungsmodus wird während der Einführungstage individuell besprochen.
Dieser berufsbegleitende Kurs ist als Lehrerfortbildungsveranstaltung in den Ländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt anerkannt.
Die Fortbildung schließt mit einem Zertifikat ab.
Ausblick
Die Fortbildung entspricht den Standards des Qualifizierungsverbundes der AGDF. Weiterführende Kurse im Rahmen dieses Verbundes (Aufbaukurse, Fach- und Spezialisierungsseminare) sind möglich.
Die Teilnehmer der Grundkurse informieren sich auch nach Abschluss der Ausbildung über Anfragen aus der Praxis, Materialien, Weiterbildungsangebote u.ä. untereinander.
Basis der Fortbildung
Die Erfahrungen mit dem Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in den Kirchen der DDR und die Weiterentwicklung dieser Ideen auf dem Hintergrund der Entwicklungen der letzten Jahre sind Grundlage unseres Konzeptes.
Die Ausbildung ist offen für alle.
„Die vorrangige Option für die Gewaltfreiheit bei der Lösung von Konflikten, sowohl im internationalen Maßstab, wie auch innerhalb unserer Gesellschaft bedarf heute des besonderen Engagements der Kirche… erfordert einen um so entschlosseneren Einsatz in der Entwicklung und Förderung gewaltfreier Wege der Konfliktbearbeitung“ (Synode der Kirchenprovinz Sachsen am 18.11.95).
