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25.01.2010

Dr. Hobelsberger in Schmochtitz zu Gast"leben.2010" – Wie leben junge Menschen heute und wie erreichen wir sie?

Ökumenische Hauptamtlichentagung der Jugendseelsorge und Jugendarbeit
18.-22. Januar 2010 in Schmochtitz

Traditionell am Anfang eines neuen Jahres trafen sich vom 18.-22.01.2010 im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz bei Bautzen alle im Bereich der sächsischen Kirchen tätigen Jugendmitarbeiterinnen und Jugendmitarbeiter im Regional- und Landesdienst.
Die Jahrestagung stand in diesem Jahr unter dem Thema „leben.2010 – Lebensformen junger Menschen und Konsequenzen für das kirchliche Handeln“ und widmete sich dabei ganz den aktuellen Trends und Formen der Lebensgestaltung junger Menschen. Die Jugendmitarbeiter suchten und fanden Antworten auf eine der wichtigsten Fragen von Menschen, die Jugendliche begleiten: Wie können unsere Angebote die Jugendlichen dort erreichen, wo sie sind und leben?

Dazu konnten die Organisatoren wieder interessante Referenten gewinnen.
Nils Friedrichs (M.A.), Doktorand am Lehrstuhl für Religionssoziologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, stellte unter dem Thema „Was im Leben wirklich zählt – Lebensorientierungen und religiöse Zugänge Jugendlicher aus Sachsen“ Ergebnisse seiner Studie vor. Die Antworten der Jugendlichen auf die Frage nach dem Sinn von Gemeinschaft bestärkten die Jugendmitarbeiter in ihrer Erfahrung, dass kirchliche Jugendarbeit Raum bieten sollte für Vertrauen, Rückhalt und Ehrlichkeit, aber auch für Spaß und Entspannung.
Ganz ähnliche Schlussfolgerungen zog Frau Oggi Enderlein, Diplom Psychologin, in ihrem Referat zum Thema "Entwicklungspsychologische Aspekte im Übergang vom Kind zum Jugendlichen". Lebensbegleiter junger Menschen sollten ihnen das Gefühl geben: Hier kann ich lernen und wachsen, mich austoben und zu mir kommen.
Dr. Hans Hobelsberger, Referent für Jugendpastorale Bildung bei der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz in Düsseldorf, sprach von verlässlichen Orten für Jugendliche und einer an die Lebenswelt der Jugendlichen orientierten Jugendarbeit. Wenn Jugendliche außerhalb von Schule und Ausbildung heute eher erlebnisorientiert und punktuell zu bestimmten Anlässen und Ereignissen zusammenkommen, dann entspricht das nicht mehr der traditionell regelmäßig und dauerhaft angelegten kirchlichen Jugendarbeit. Stärker projektbezogene Angebote, in denen sich die Jugendlichen nicht nur thematisch, sondern auch ästhetisch wiederfinden, bieten hier einen Zugang zu Szenen und Milieus, die durch klassische kirchliche Jugendarbeit bisher nicht erreicht wurden.
Sächsische Besonderheit dieser Tagung ist ihre ökumenische Ausrichtung: Etwa 140 katholische und evangelische Jugendpfarrer sowie katholische und evangelische Jugendwartinnen und Jugendwart konnten hier gegenseitig von ihren Erfahrungen bei der Arbeit mit jungen Menschen profitieren.