Nachricht

10.12.2009

Keine sexuellen Übergriffe in der Kinder- und Jugendarbeit!

Eine neue Qualifizierungsreihe für Leitungskräfte der Jugendarbeit, das Modellprojekt „PräTect…keine Täter in den eigenen Reihen!“, ist gestartet. Auch die Evangelische Jugend in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ist durch Heike Siebert aus dem Landesjugendpfarramt vertreten.

Überall dort, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, kann es auch sexuellen Missbrauch geben. Deshalb ist es ein Qualitätsmerkmal guter Kinder- und Jugendarbeit, sich diesem Thema zu stellen und Schutzmaßnahmen gegen sexuelle Gewalt einzuführen- und nicht Zeichen eines schlechten Gewissens.
Statistisch gesehen gibt es in allen Kinder- und Jugendgruppen Betroffene
Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass jedes dritte bis vierte Mädchen und jeder neunte bis zwölfte Junge von sexueller Gewalt betroffen ist. Rein statistisch gesehen gibt es also in allen Kinder- und Jugendgruppen Betroffene- egal ob im Kindergarten, in der Schule oder im Sportverein. Häufig versuchen Täter und Täterinnen, sich dort einzuschleichen, wo sie Kontakte und Beziehungen zu Mädchen und Jungen aufbauen können. So ist es nicht überraschend, dass Zeitungen über Fälle von sexuellen Übergriffen durch Lehrer, Erzieher, Pfarrer, Trainer, Jugendleiter usw. berichten.
Nicht zuletzt durch die Neuerungen im Kinder- und Jugendhilfegesetz hat das Thema Kindeswohlgefährdung in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Für die Kinder- und Jugendarbeit steht die Prävention sexueller Gewalt dabei im Mittelpunkt.

Strukturen, Abläufe und Entscheidungskriterien verbessern
Das Modellprojekt „PräTect… keine Täter in den eigenen Reihen“ unterstützt Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit darin, umfassende Präventionsmaßnahmen gegen sexuelle Gewalt einzuführen und zu verankern. Dazu bietet es eine Qualifizierungsreihe für Verantwortliche von Trägern der Jugendarbeit an. Im Zentrum der Qualifizierungsreihe stehen Organisationen, ihre Strukturen, Abläufe und Entscheidungskriterien. Sie sollen dahingehend verbessert werden, das Risiko von Übergriffen in der Kinder- und Jugendarbeit zu verringern und so gezielt zum Kinderschutz beizutragen.

Quelle: „PräTect… keine Täter in den eigenen Reihen!“ Bundesweites Modellprojekt des Bayerischen Jugendrings in Kooperation mit dem Deutschen Bundesjugendring, gefördert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. (Stand: 08.03.2010)